Funktionen
Epigallocatechingallat

Hinweise auf die Funktionen des Epigallocatechingallats geben die nachfolgenden Studienergebnisse.  

Wissenschaftliche Studien

Antibakterielle Eigenschaften. In einer randomisierten klinischen Studie inhalierten 36 Patienten, die im Respirationstrakt MRSA (Methicillin resistenten Staphylococcus aureus) aufwiesen, sieben Tage lang dreimal täglich nasal mit einem Nebulator eine Lösung von Tee-Catechinen (3,7 g/L, 43 % Epigallocatechingallat) in einer physiologischen Kochsalzlösung. Verglichen mit der Kontrollgruppe von 33 Personen, die nur eine physiologische Kochsalzlösung inhalierten, war die Reduktionsrate der Erreger bei der Catechin-Gruppe mit 47 % signifikant höher als bei der Kontrollgruppe mit 15 %. Es wurden keinerlei Nebenwirkungen bei der Therapie beobachtet. Catechin-Inhalationen zeigen der Studie zufolge einen wachstumshemmenden Effekt auf MRSA [1].

Schutz vor Prostatakarzinom
. Ebenfalls in einer randomisierten klinischen Studie bekamen 60 Patienten mit hochgradiger intraepithelialer Neoplasie der Prostata – HG-PIN, Vorstufe des Prostatakarzinoms – entweder dreimal täglich eine Kapsel mit 200 mg an Grün-Tee-Catechinen (insgesamt 600 mg pro Tag, bestehend aus 52 % Epigallocatechingallat) oder ein Placebo.Nach einem Jahr wurde bei den 30 mit Grüntee-Catechinen behandelten Männern nur ein Prostatakarzinom festgestellt, während neun Tumoren bei den Placebo-behandelten Männern auftraten [2].

Schutz vor Mammakarzinom
(Brustkrebs). Zahlreiche experimentelle Studien an Zellkulturen und Tierversuche zeigten, dass Epigallocatechingallat das Wachstum von Mammakarzinomzellen hemmen kann [3-6]. Einer Metaanalyse zufolge kann das Trinken von fünf oder mehr Tassen von Grünem Tee pro Tag das Risiko vermindern, an Mammakarzinom zu erkranken [7]. Es wird allerdings betont, dass bisher nur wenige Studien zu diesem Thema durchgeführt worden seien.

Neue Ansätze bei Multipler Sklerose (MS) und Morbus Alzheimer
. Wissenschaftler um Professor Frauke Zipp vom Institut für Neuroimmunologie der Charité in Berlin fanden heraus, dass Epigallocatechingallat bei autoimmuner Enzephalomyelitis (Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) und des Rückenmarks (Myelitis)) sowohl ein fehlgeleitetes Immunsystem drosseln als auch die Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen des Immunsystems schützen kann. Sie überprüften die Wirksamkeit der Substanz im Tierversuch und an Zellkulturen [8].
Doug Shytle, Jun Tan und Mitarbeitern gelang an Versuchstieren der Nachweis, dass Epigallocatechingallat im Stande ist, die Produktion der Beta-Amyloid-Peptide einzudämmen, die als hauptverantwortlich für die Entstehung der für Alzheimer typischen Symptomatik gelten. Diese Peptide führen zur Ausbildung von Plaques (Ablagerungen) im Gehirn. Die Wissenschafter hatten Mäusen, die an einer vergleichbaren Erkrankung litten, über mehrere Monate täglich reines  Epigallocatechingallat injiziert – und in diesem Zeitraum einen Rückgang der Plaques um 54 Prozent festgestellt [9].

Aus randomisierten klinischen Studien geht hervor, dass Epigallocatechingallat zudem folgende Wirkungen hat:

  • schützender Effekt auf HPV (Humanes Papilloma Virus) diese sind u. a. an der Entstehung von malignen Neoplasien (bösartigen Neubildungen/Krebs), vor allem des Cervixkarzinoms (Gebärmutterhalskrebs) und von Kopf-Hals-Tumoren, beteiligt [10]
  • Reduzierung von DNA-Schäden, Stimulation der Immunfunktion – Aktivierung von Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) und Lymphozyten [11]

Aus diesen Studienergebnissen geht hervor, dass es sich beim Epigallocatechingallat um eine der vielversprechensten gesundheitsfördernden Substanzen handelt.

Literatur  

  1. Yamada H, Tateishi M, Harada K, Ohashi T, Shimizu T, Atsumi T, Komagata Y, Iijima H, Komiyama K, Watanabe H, Hara Y, Ohashi K: A randomized clinical study of tea catechin inhalation effects on methicillin-resistant Staphylococcus aureus in disabled elderly patients. J Am Med Dir Assoc. 2006 Feb;7(2):79-83.
  2. Bettuzzi S, Brausi M, Rizzi F, Castagnetti G, Peracchia G, Corti A: Chemoprevention of human prostate cancer by oral administration of green tea catechins in volunteers with high-grade prostate intraepithelial neoplasia: a preliminary report from a one-year proof-of-principle study. Cancer Res. 2006 Jan 15;66(2):1234-40.
  3. Zhao X, Tian H, Ma X, Li L: Epigallocatechin gallate, the main ingredient of green tea induces apoptosis in breast cancer cells. Front Biosci. 2006 Sep 1;11:2428-33.
  4. Kim J, Zhang X, Rieger-Christ KM, Summerhayes IC, Wazer DE, Paulson KE, Yee AS: Suppression of Wnt signaling by the green tea compound (-)-epigallocatechin 3-gallate (EGCG) in invasive breast cancer cells. Requirement of the transcriptional repressor HBP1. J Biol Chem. 2006 Apr 21;281(16):10865-75.
  5. Guo S, Yang S, Taylor C, Sonenshein GE: Green tea polyphenol epigallocatechin-3 gallate (EGCG) affects gene expression of breast cancer cells transformed by the carcinogen 7,12-dimethylbenz[a]anthracene. J Nutr. 2005 Dec;135(12 Suppl):2978S-2986S.
  6. Slivova V, Zaloga G, DeMichele SJ, Mukerji P, Huang YS, Siddiqui R, Harvey K, Valachovicova T, Sliva D: Green tea polyphenols modulate secretion of urokinase plasminogen activator (uPA) and inhibit invasive behavior of breast cancer cells. Nutr Cancer. 2005;52(1):66-73.
  7. Seely D, Mills EJ, Wu P, Verma S, Guyatt GH: The effects of green tea consumption on incidence of breast cancer and recurrence of breast cancer: a systematic review and meta-analysis. Integr Cancer Ther. 2005 Jun;4(2):144-55.
  8. Aktas O, Prozorovski T, Smorodchenko A, Savaskan NE, Lauster R, Kloetzel PM, Infante-Duarte C, Brocke S, Zipp F: Green tea epigallocatechin-3-gallate mediates T cellular NF-kappa B inhibition and exerts neuroprotection in autoimmune encephalomyelitis. J Immunol. 2004 Nov 1;173(9):5794-800.
  9. Rezai-Zadeh K, Shytle D, Sun N, Mori T, Hou H, Jeanniton D, Ehrhart J, Townsend K, Zeng J, Morgan D, Hardy J, Town T, Tan J: Green tea epigallocatechin-3-gallate (EGCG) modulates amyloid precursor protein cleavage and reduces cerebral amyloidosis in Alzheimer transgenic mice. J Neurosci. 2005 Sep 21;25(38):8807-14.
  10. Ahn WS, Yoo J, Huh SW, Kim CK, Lee JM, Namkoong SE, Bae SM, Lee IP: Protective effects of green tea extracts (polyphenon E and EGCG) on human cervical lesions. Eur J Cancer Prev. 2003 Oct;12(5):383-90.
  11. Bub A, Watzl B, Blockhaus M, Briviba K, Liegibel U, Muller H, Pool-Zobel BL, Rechkemmer G: Fruit juice consumption modulates antioxidative status, immune status and DNA damage. J Nutr Biochem. 2003 Feb;14(2):90-8.
     
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