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Glucosaminsulfat
Definition, Synthese, Resorption, Transport und Verteilung

Glucosaminsulfat (GS), das Schwefelsäuresalz des Glucosederivats Glukosamin, ist das Grundmolekül der Glykosaminoglykane – Hyaluronsäure, Chondroitin-, Keratan- und Heparansulfat. Es kann aus Glukosaminhydrochlorid synthetisiert werden. Glukosaminhydrochlorid wird unter natürlichen Prozessen aus Chitin gewonnen, welches in der Schale von Krustentieren, wie Krabben, Shrimps und Garnelen, vorkommt.

Das GS-Molekül ist etwa 250-mal kleiner als das Chondroitinsulfatmolekül, wodurch es eine hohe Verfügbarkeit aufweist. Glucosaminsulfat wird im Verdauungstrakt bis zu 97 % resorbiert [2].

Untersuchungen mit radioaktiv markiertem Glucosamin ergaben, dass die Substanz nach oraler oder parenteraler Gabe bevorzugt in den Knorpelgeweben eingebaut wird. Glucosaminsulfat gehört zu jenen biochemischen Substanzen, das für die Herstellung und Aufrechterhaltung sowohl des Gelenkknorpels als auch der Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkeit) notwendig ist.

Glukosamin ist das bevorzugte Substrat für die Biosynthese von Glykosaminoglykanen. Weiterhin stimuliert es anabole – aufbauende – Prozesse im Knorpel, hemmt katabole (abbauende) Prozesse und reguliert damit das dynamische Gleichgewicht von Knorpelauf- und -abbau [2, 3, 4, 5].

Glucosaminsulfat wird zu den Chondroprotektiva  knorpeldegenerationshemmende Substanzen – gezählt mit klinisch nachgewiesener symptommodifizierender Aktivität und unproblematischer Verträglichkeit [1].


Literatur

  1. Lequesne M., Brandt K., Bellamy N., et al.
    Guidelines for Testing Slow Acting Drugs in Osteoarthritis.
    J Rheumatol 21, suppl 41: 65-73; 1994
  2. Müller-Faßbender H., Bach G.L.
    D-Glucosamin-Sulfat als nebenwirkungsarme Alternative zu nichtsteroidalen Antirheumatika. In: "Aktuelle Rheumatologie Bayreuth Pathologie-Labor-Untersuchung-Therapie 1989" (Hrsg.: Bach G.L., Stock K.P.).
    Echo VerlagsGmbH, Köln; 109-124; 1990
  3. Muller-Fassbender H, Bach GL, Haase W, Rovati LC, Setnikar I.
    Glucosamine sulfate compared to ibuprofen in osteoarthritis of the knee.
    Osteoarthritis Cartilage. 1994 Mar;2(1):61-9.
  4. Noack W., Fischer M., Förster K.K., et al.
    Glucosamine Sulfate in Osteoarthritis of the Knee.
    Osteoarthritis Cart 2: 51-59; 1994
  5. Setnikar I., Cereda R., Pacini M.A., et al.
    Antireactive properties of glucosamine sulfate.
    Arzneim Forsch / Drug Res 41: 157-161; 1991

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