Interaktionen
Phosphor

Interaktionen von Phosphor mit anderen Wirkstoffen (Mikronährstoffe, Nahrungsmittel):

Calcium und Vitamin D

 

Mit der Nahrung aufgenommenes Phosphor wird im Dünndarm absorbiert, der Überschuss wird anschließend über die Nieren wieder ausgeschieden. Sowohl der Calcium- als auch der Phosphat-Serumspiegel werden durch das Parathormon (PTH) und Vitamin D reguliert. Schon bei einem geringen Abfall des Calcium-Serumspiegels – wie beispielsweise durch unzureichende Calcium-Aufnahme – reagiert die Nebenschilddrüse mit einer erhöhten Ausscheidung von PTH. PTH regt in den Nieren die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form (Calcitriol) an. Calcitriol wiederum erhöht die Absorption von Calcium und Phosphor im Darm. Sowohl PTH als auch Vitamin D regen die Resorption aus den Knochen an; Calcium und Phosphat – beides sind Knochenmineralien – werden in das Blut freigesetzt. PTH sorgt des Weiteren für eine verringerte Urinausscheidung von Calcium und eine erhöhte Urinausscheidung von Phosphor.

Eine vermehrte Ausscheidung von Phosphor ist zur Regulierung des Calcium-Serumspiegels von Vorteil, denn ein hoher Phosphor-Serumspiegel unterdrückt die Bildung der aktiven Form von Vitamin D in den Nieren.

Phosphorreiche Ernährung und Knochenstoffwechsel

Einige Forscher sind über die zunehmende Menge von Phosphor in unserer Nahrung – insbesondere als Phosphorsäure in alkoholfreien Getränken und als Phosphatzusätzen in einer Vielzahl von Fertig-Produkten – beunruhigt. Der Phosphor-Serumspiegel kann – anders als beim Calcium – durch die Aufnahme von zu viel Phosphor, insbesondere nach den Mahlzeiten etwas steigen, da der Phosphat-Serumspiegel nicht so fein reguliert wird wie der Calcium-Serumspiegel. Ein hoher Phosphor-Serumspiegel vermindert die Bildung von Calcitriol, der aktiven Form des Vitamins D, verringert den Calcium-Spiegel und führt zu einer erhöhten PTH-Ausscheidung der Nebenschilddrüse.
Ein anhaltender erhöhter PTH-Serumspiegel kann schädliche Wirkung auf den Mineralgehalt der Knochen haben, aber dieser Effekt ist nur bei Menschen nachweisbar, die sich phosphorreich und gleichzeitig calciumarm ernährten. Ähnlich erhöhte PTH-Spiegel sind allerdings auch bei Menschen beobachtet worden, die sich calciumarm ernährten, ohne sich gleichzeitig phosphorreich zu ernähren.

In einer neuen Studie – doppelblind randomisiert – konnten bei jungen Frauen keine schädlichen Wirkungen einer phosphorreichen Kost (3.000 mg/Tag) auf knochenbeeinflussende Hormone und biochemische Marker festgestellt werden, solange die tägliche Calciumaufnahme  von 2.000 mg/Tag beibehalten wurde.

Zurzeit gibt es keine überzeugenden Beweise, dass sich eine erhöhte Phosphor-Aufnahme nachteilig auf die Knochendichte des Menschen auswirkt. Trotzdem sollte die Gefahr, die von der Anreicherung von Lebensmitteln mit Phosphor – alkoholfreie Getränke, Milcherzeugnissen und andere calciumhaltigen Lebensmittel – nicht unterschätzt werden. Gleichzeitig führt ein hoher Phosphor-Serumspiegel auch zu einer verringerten Urin-Calcium- Ausscheidung.

Fructose (Fruchtzucker)

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine Ernährung mit einem hohen Gehalt an Fructose – 20 % der Gesamtkalorien in Form von Fruchtzucker – den Verlust von Phosphor über den Urin steigert und sich damit eine negative Phosphorbalance ergibt, das heißt es wurde mehr Phosphor ausgeschieden als mit der Nahrung aufgenommen wurde. Bei einer gleichzeitig magnesiumarmen Kost war dieser Effekt umso ausgeprägter. Möglicherweise ist dieses begründet durch das Fehlen eines Rückkopplungsmechanismus, der die Umwandlung von Fructose zu Fructose-1-phosphat in der Leber hemmt. Mit anderen Worten: Eine vermehrte Ansammlung von Fructose-1-phosphat in der Zelle hemmt nicht das Enzym, welches Fructose phosphorisiert: Im Gegenteil – es werden weiter große Mengen Phosphor verbraucht und Fructose-1-phosphat hergestellt. Dieses Phänomen wird auch als „Phosphatabfangen“ bezeichnet. Da der Fruchtzucker-Verbrauch in Deutschland seit der Einführung des Stärkesirups stark gestiegen ist, während die Aufnahme von Magnesium im letzten Jahrhundert gesunken ist, ist das Bekanntwerden dieser Wechselwirkung von Bedeutung.

     
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