Versorgungssituation
Thiamin (Vitamin B1)

In der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II, 2008) wurde für Deutschland das Ernährungsverhalten der Bevölkerung untersucht und gezeigt, wie sich dies auf die durchschnittliche tägliche Nährstoffzufuhr mit Makro- und Mikronährstoffen (Vitalstoffe) auswirkt.

Als Bemessungsgrundlage für die Beurteilung der Nährstoffversorgung werden die Zufuhr-Empfehlungen (D-A-CH-Referenzwerte) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) herangezogen. Ein Vergleich, der in der NVS II ermittelten Nährstoffzufuhr mit den Empfehlungen der DGE lässt erkennen, für welche Mikronährstoffe (Vitalstoffe) in Deutschland häufiger eine Unterversorgung besteht.

Zur Versorgungssituation lässt sich feststellen:

  • 21 % der Männer und 32 % der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin B1 nicht.
  • Bei den Frauen ab 65 Jahren nehmen sogar 40 % die empfohlene Zufuhrmenge nicht auf.
  • Den am schlechtesten versorgten Männern fehlen 0,4 mg Vitamin B1. Dies entspricht einem täglichen Fehlbetrag von 30 % der empfohlenen Zufuhr.
  • Den am schlechtesten versorgten Frauen fehlen ebenfalls 0,4 mg Vitamin B1. Dies entspricht einem täglichen Fehlbetrag von 40 % der empfohlenen Zufuhr.
  • Schwangere (ab dem 4. Schwangerschaftsmonat) haben einen täglichen Mehrbedarf von 0,2 mg Vitamin B1 gegenüber nicht-schwangeren Frauen. Entsprechend haben die am schlechtesten versorgten Schwangeren einen Fehlbetrag  von 0,6 mg Vitamin B1 pro Tag.
  • Stillende haben einen täglichen Mehrbedarf von 0,4 mg Vitamin B1 gegenüber nicht-stillenden Frauen. Entsprechend haben die am schlechtesten versorgten Stillenden einen Fehlbetrag von 0,8 mg Vitamin B1 pro Tag.

Da sich die Zufuhr-Empfehlungen der DGE an dem Bedarf von gesunden und normalgewichtigen Menschen orientieren, kann ein individueller Mehrbedarf (z. B. wg. Ernährungsweise, Genussmittelkonsums, Dauermedikation etc.) über den Zufuhr-Empfehlungen der DGE liegen.

     
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