Sicherheitsbewertung
Vitamin D

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European food safety authority, EFSA) hat letztmalig im Jahr 2012 den Mineralstoff Calcium hinsichtlich seiner Sicherheit bewertet und einen sogenannten Tolerable Upper Intake Level (UL) festgesetzt. Dieser UL gibt die sichere Höchstmenge eines Mikronährstoffs wieder, die bei täglicher, lebenslanger Zufuhr aus allen Quellen keinerlei Nebenwirkungen hervorruft.

Die sichere tägliche Höchstmenge für Vitamin D liegt bei 100 µg [5].
100 µg Vitamin D entsprechen 4.000 I.E. (Internationale Einheiten) [3].
Die sichere tägliche Höchstmenge für Vitamin D entspricht dem 20-fachen der empfohlenen Tagesdosis der EU (Recommended Daily Allowance, RDA).

Dieser Wert gilt für erwachsene Männer und Frauen und Kinder ab 11 Jahren, sowie für Schwangere und Stillende [5].

Der NOAEL (No Observed Adverse Effect Level) – die höchste Dosis eines Stoffes, die auch bei andauernder Zufuhr keine erkennbaren und messbaren negativen Auswirkungen hat – wurde von der EFSA auf 250 µg festgesetzt [5]. Damit ist die höchste Dosis, bei der keine negativen Effekte festgestellt werden konnten, mehr als doppelt so groß wie die sichere tägliche Höchstmenge von Vitamin D.

Die Angaben der NVS II (Nationale Verzehrsstudie II, 2008) zur täglichen Aufnahme von Vitamin D aus allen Quellen (konventionelle Ernährung und Nahrungsergänzungen) lassen erkennen, dass die sichere Höchstmenge von 100 µg nicht erreicht wird [4].

Die unerwünschten Effekte einer dauerhaft zu hohen Vitamin D-Zufuhr liegen in der Vitamin D-abhängigen erhöhten Calciumaufnahme im Darm und der verstärkten Mobilisierung (Freisetzung) von Calcium aus den Knochen [2]. Dadurch kann es zu einer Hypercalcämie (erhöhter Calcium-Spiegel im Blut) kommen. Eine langanhaltend hohe Calcium-Konzentration im Blut kann zu einer metastatischen Kalzifizierung (krankhafte Einlagerung von Calcium-Salzen in die Weichgewebe) der Weichgewebe führen, inklusive der Nieren, der Blutgefäße, Herz und Lunge.

In einer Studie kam es erst ab einer Menge von 15.000 µg Vitamin D (entspricht dem 300-fachen der sicheren täglichen Höchstmenge) alle 3 Monate zu einer Hypercalcämie (erhöhter Calcium-Spiegel im Blut) [1]. Eine erhöhte Calciumkonzentration im Blut führt nicht zwangsläufig zu einer metastatischen Kalzifizierung der Weichgewebe, stellt aber einen Risikofaktor dar. Eine andere Studie zeigte an gesunden Erwachsenen bei täglicher Aufnahme von 250 µg Vitamin D über 6 Wochen keinen Anstieg der Calciumkonzentration im Blut. Ebenso wurden Einzeldosen von bis zu 10.000 µg Vitamin D von älteren Erwachsenen ohne Nebenwirkungen vertragen [2].

Literatur

  1. Scientific Committee on Food (SCF) and Scientific Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA) of EFSA; Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals; European Food Safety Authority 2006, ISBN: 92-9199-014-0
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B., Przyrembel H., Richter K., Schmidt E., Weißenborn A., Wörner B., Ziegenhagen R. (Hrsg.); Verwendung von Vitaminen in Lebensmitteln – Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte Teil 1.; BfR-Hausdruckerei Dahlem, 2004
  3. DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), ÖGE (Österreichische Gesellschaft für Ernährung), SGE (Schweizer Gesellschaft für Ernährungsforschung), SVE (Schweizer Vereinigung für Ernährung) (Hrsg.); Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr; Umschau/Braus, Frankfurt a.M. 2000
  4. Max-Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (Hrsg.); Nationale Verzehrsstudie II, Ergebnisbericht Teil 2; Karlsruhe, 2008
  5. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA); Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of vitamin D. EFSA Journal 2012;10(7):2813.
     
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