Vitamin D – Risikogruppen

Vitamin D ist entscheidend für die Knochengesundheit, die Unterstützung des Immunsystems und die Regulierung des Calciumspiegels im Körper. Trotz der Fähigkeit des Körpers, Vitamin D unter Sonneneinstrahlung selbst zu synthetisieren, gibt es bestimmte Bevölkerungsgruppen, die einem erhöhten Risiko für einen Mangel ausgesetzt sind [8]:

Personen mit Verdauungs- und Absorptionsstörungen

Maldigestion und Malabsorption, oft verursacht durch chronische Darmerkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn, können die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, Vitamin D zu absorbieren und zu metabolisieren [5].

Personen mit Leber- und Nierenerkrankungen

Individuen mit Leberzirrhose [7] oder Niereninsuffizienz [3] haben oft Schwierigkeiten, Vitamin D in seine aktive Form umzuwandeln, was zu einem Mangel führen kann.

Medikamenteneinnahme

Die Einnahme von Antiepileptika sowie Barbituraten [1] kann den Metabolismus von Vitamin D beeinflussen, wodurch höhere Dosen benötigt werden, um einen adäquaten Vitamin-D-Spiegel aufrechtzuerhalten.

Ungenügende UV-B-Exposition

Personen, die in den Wintermonaten wenig Sonnenlicht ausgesetzt sind, lange Zeit bettlägerig sind, sich selten im Freien aufhalten, oder extensiv Sonnenschutzmittel verwenden, können ebenfalls einen Mangel entwickeln [4].

Spezifische demografische Gruppen

  • Frauen mit postmenopausaler Osteoporose [2]: Diese Gruppe ist aufgrund des reduzierten Östrogenspiegels, der die Knochengesundheit beeinträchtigt, besonders anfällig.
  • Schwangere und Stillende [2]: Der Bedarf an Vitamin D steigt in diesen Phasen, um die Knochengesundheit und das Wachstum des Fötus bzw. Säuglings zu unterstützen.
  • Ältere Personen (≥ 65 Jahre) [2]: Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit der Haut ab, Vitamin D zu synthetisieren.
  • Farbige Immigranten [2]: Menschen mit dunklerer Haut haben eine geringere Effizienz bei der Vitamin-D-Synthese unter Sonneneinstrahlung.
  • Vegetarier [6]: Sie können aufgrund des Fehlens von Vitamin D-reichen tierischen Produkten in ihrer Ernährung einem Risiko ausgesetzt sein.

Nationale Verzehrsstudie

Die Nationale Verzehrsstudie II (2008) zeigt, dass 82 % der Männer und 91 % der Frauen in Deutschland die empfohlene Tageszufuhr von Vitamin D nicht erreichen, besonders betroffen sind junge Erwachsene und Senioren.

Literatur

  1. Bässler KH, Golly I, Loew D, Pietrzik K (2002) Vitamin-Lexikon, 3. Auflage. Urban & Fischer, München, Jena
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B., Przyrembel H., Richter K., Schmidt E., Weißenborn A., Wörner B., Ziegenhagen R. (Hrsg.) Verwendung von Vitaminen in Lebensmitteln - Toxologische und ernährungsphysiologischen Aspekte Teil 1. BfR-Hausdruckerei Dahlem, 2004
  3. Dusso AS (2003) Vitamin D receptor: mechanism for vitamin D resistance in renal failure. Kidney Int. 85: S6-S9
  4. Fuller KE, Casparian JM (2001) Vitamin D: Balancing cutaneous and systemic considerations. South Med. J. 94: 58-64
  5. Lark RK, Lester GE, Ontjes DA, Blackwood AD, Hollis BW, Hensler MM, Aris RM (2001) Diminished and erratic absorption of ergocalciferol in adult cystic fibrosis patients. Am. J. Clin. Nutr. 73: 602-606
  6. Outila TA, Karkkainen MU, Seppanen RH, Lamberg-Allardt CJ (2000) Dietary intake of vitamin D in premenopausal, healthy vegans was insufficient to maintain concentrations of serum 25-hydroxyvitamin D and intact parathyroid hormone within normal ranges during the winter in Finland. J. Am. Diet. Assoc. 100: 434-441
  7. Shiomi S, Masaki K, Habu D, Takeda T, Nishiguchi S, Kuroki T, Ochi H. (1999) Calcitriol for bone loss in patients with primary biliary cirrhosis. J. Gastroenterol. 34: 241-254
  8. Hahn A, Ströhle A & Wolters M (2023). Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie (4. Auflage). Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft