Magnesium – Sicherheitsbewertung

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European food safety authority, EFSA) hat letztmalig im Jahr 2023 Vitamine und Mineralstoffe hinsichtlich ihrer Sicherheit bewertet und für jeden Mikronährstoff, sofern ausreichend Daten vorlagen, einen sogenannten Tolerable Upper Intake Level (UL) festgesetzt. Dieser UL gibt die sichere Höchstmenge eines Mikronährstoffs wieder, die bei täglicher, lebenslanger Zufuhr aus allen Quellen keinerlei Nebenwirkungen hervorruft.

Die sichere tägliche Höchstmenge für Magnesium liegt bei 250 mg [4].
Die sichere tägliche Höchstmenge für Magnesium berücksichtigt nur die Aufnahme von Magnesium aus Nahrungsergänzungen und angereicherten Lebensmittel zusätzlich zur Zufuhr über konventionelle Lebensmittel.

Die oben angegebene sichere tägliche Höchstmenge gilt für Kinder ab 4 Jahren, Erwachsene sowie für Schwangere und Stillende [4].
Es wird empfohlen, die sichere tägliche Höchstmenge für Magnesium auf mindestens 2 Einzeldosen pro Tag zu verteilen, um einem eventuellen Durchfallrisiko entgegenzuwirken [1, 2].

Eine überhöhte Magnesiumzufuhr über herkömmliche Lebensmittel führt bei Gesunden zu keinen unerwünschten Nebenwirkungen [2].

Der NOAEL (No Observed Adverse Effect Level) – die höchste Dosis eines Stoffes, die auch bei andauernder Aufnahme keine erkennbaren und messbaren negativen Auswirkungen hat – wurde von der EFSA auf täglich 250 mg Magnesium aus Nahrungsergänzungen festgesetzt und entspricht der sicheren täglichen Höchstmenge [4].

Unerwünschte Effekte einer zu hohen Magnesiumzufuhr

Generell sind Patienten mit Niereninsuffizienz (eingeschränkter Nierenfunktion) aufgrund einer verminderten Magnesiumausscheidung stärker von Nebenwirkungen einer zu hohen Magnesiumzufuhr in Form von Nahrungsergänzungen betroffen als Gesunde [3].

In Studien kam es bei Mengen von 300 bis 980 mg Magnesium pro Tag in einigen Fällen zu weichen Stühlen und Diarrhoe (Durchfall). Diese Beschwerden stellen jedoch kein unmittelbares Gesundheitsrisiko dar, da die Beschwerden mit Beenden der Einnahme sofort zurückgehen [2].

Bei hohen Dosen von täglich 2.500 mg Magnesium aus Nahrungsergänzungen oder Arzneimitteln wurden Blutdruckabfall und Muskelschwäche beobachtet [1]. Diese Menge entspricht dem 10-fachen der sicheren täglichen Höchstmenge.
Sehr große Einzeldosen von mehr als 400 g (400.000 mg) können zu einem Ileus (Darmverschluss) und Herz-Atemstillstand führen [2]. Solche Mengen sind über konventionelle Lebensmittel und Nahrungsergänzungen jedoch nicht zu erreichen.

Literatur

  1. Scientific Committee on Food (SCF) and Scientific Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA) of EFSA, Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals, European Food Safety Authority 2006, ISBN: 92-9199-014-0
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A, Großklaus R, Niemann B, Przyrembel H, Richter K, Schmidt E, Weißenborn A, Wörner B, Ziegenhagen R (Hrsg.) Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln – Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte, Teil 2, BfR-Hausdruckerei Dahlem, 2004
  3. Hahn A, Ströhle A & Wolters M (2023). Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie (4. Auflage). Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
  4. Scientific Committee on Food (SCF) and Scientific Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA) of EFSA; Summary of Tolerable Upper Intake Levels Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals; Vol. 9, 2023