Riboflavin (Vitamin B2) – Interaktionen

Riboflavin, auch bekannt als Vitamin B2, ist ein entscheidender Bestandteil des B-Vitamin-Komplexes und spielt eine zentrale Rolle im Energiemetabolismus sowie in der Aufrechterhaltung von Haut, Augen und Nervenfunktionen. Hier ist eine umfassende Darstellung der Interaktionen (Wechselwirkungen) von Riboflavin mit anderen Mikronährstoffen, die dessen Funktionen und Effektivität beeinflussen können, sortiert nach klinischer Relevanz [1-3]:

Eisen

Riboflavin ist essentiell für den Eisenmetabolismus. Studien zeigen, dass ein Mangel an Riboflavin zu einer reduzierten Eisenabsorption, erhöhtem intestinalen Eisenverlust und beeinträchtigter Eisenbindung für die Hämoglobinsynthese führen kann. Eine verbesserte Riboflavin-Versorgung kann somit die Hämoglobinwerte erhöhen und die Wirksamkeit von Eisentherapien bei Eisenmangelanämie verbessern.

Homocystein und Folat

Riboflavin ist eng mit dem Homocysteinmetabolismus verknüpft. Es ist ein Kofaktor für das Enzym Methylen-Tetra-Hydro-Folat-Reduktase (MTHFR), das für die Umwandlung von Homocystein in Methionin zuständig ist. Eine angemessene Riboflavin-Zufuhr ist besonders wichtig für Personen mit der C677T Polymorphie des MTHFR-Gens, da es bei ihnen den Homocysteinspiegel effektiv reduziert, insbesondere bei niedriger Folatzufuhr.

Vitamin B Komplex

Riboflavin beeinflusst den Stoffwechsel anderer B-Vitamine wesentlich. Es ist erforderlich für die Umwandlung von Vitamin B6 in seine aktive Form, Pyridoxal 5'-Phosphat, und die Synthese der Niacin-enthaltenden Co-Enzyme NAD und NADP aus Tryptophan. Ein ausgeprägter Riboflavin-Mangel kann daher zu Mangelerscheinungen dieser Vitamine führen.

Jod und Schilddrüsenfunktion

Riboflavin ist auch wichtig für die Schilddrüsenfunktion, indem es die Umwandlung von Jod in aktive Schilddrüsenhormone unterstützt. Ein Mangel an Riboflavin kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und zu Störungen der Hormonsynthese führen.

Vitamin C

Die Interaktion zwischen Riboflavin und Vitamin C kann positiv sein, da beide als Antioxidantien wirken und sich gegenseitig in ihrer Funktion unterstützen. Es gibt Hinweise darauf, dass Riboflavin dazu beitragen kann, Vitamin C vor oxidativem Abbau zu schützen.

Zink

Die Verfügbarkeit von Riboflavin kann durch Zink beeinflusst werden, da Zink eine Rolle im Transportmechanismus von Riboflavin im Körper spielt. Ein Mangel an Zink kann daher die Effektivität von Riboflavin beeinträchtigen.

Literatur

  1. Hahn A, Ströhle A & Wolters M (2023). Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie (4. Auflage). Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
  2. Matissek R, Hahn A (2023). Lebensmittelchemie (10. Aufl.). Springer Verlag
  3. Biesalski HK (2024). Vitamine, Spurenelemente und Minerale. Indikationen, Diagnostik, Therapie. (3. Auflage). Thieme Verlag