| Substanzgruppe | Funktion beziehungsweise Wirkung |
| Retinol | Transportform, im Serum gebunden an Retinol-Bindungsprotein (RBP) und Transthyretin (TTR) |
| 11-cis-und all-trans-Retinal | Im Rhodopsinzyklus des Auges |
| Retinsäure | Inhibierung von Tumorpromotoren und wichtig für Proliferation und Differenzierung verschiedener Gewebe (Darmmukosa/Darmschleimhaut, Respirationsepithel, Haut) Diverse Tumorzellen, prämyeloide und myeloide Formen, embryonale Formen |
| Retinylester | Speicherform des Vitalstoffs, kommt vor in Leber, Hoden, Retina, Lunge |
| Glukuronierte Verbindungen – Retinsäure und Retinol | Ausscheidungsprodukte mit Wirkung auf Differenzierung und Wachstum |
Sehvorgang
- Rhodopsin bildet den Sehfarbstoff in der Netzhaut der Augen und ist eine Verbindung des Proteins Opsin und Retinal
- 11-cis Retinal kann Licht absorbieren und wird bei Lichteinfall in die all-trans Form umgewandelt
- Abspaltung des Retinals vom Rhodopsin
- Aktivierung der Rhodopsin-Moleküle, welche im Anschluss Transducin-Moleküle aktivieren
- Das Resultat ist eine Hyperpolarisation – Erhöhung des Membranpotenzials – mit der Folge eines Nervenimpulses, der zur Sinneswahrnehmung führt
- Umwandlung des All-trans-Retinals in das 11-cis Retinal, welches sich an Opsin bindet und so wieder in das Rhodopsin-Molekül eingebracht wird [2, 3, 7]
Embryogenese
- Retinsäure-abhängige Rezeptoren werden schon in sehr frühen Entwicklungsphasen exprimiert und regeln die Entwicklung des Skelettsystems, des Neuralrohrs, verschiedener Organe und Gewebe
- Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Vitamin A-Zufuhr kann zu Fehlbildungen beim Ungeborenen führen [2]
Zellproliferation und -differenzierung
- Vitamin A-Derivate sind in der Lage, das Wachstum verschiedener Zellen zu hemmen oder zu fördern beziehungsweise differenzierende oder dedifferenzierende Effekte einzuleiten – dies geschieht entweder durch Angriff von Vitamin A am Retinoidrezeptor, oder auch unabhängig davon [2, 3]
- Häufig ist die Wirkung auf Wachstum und Differenzierung gekoppelt – durch Retinsäure wird das Wachstum einer neoplastischen Zelle gehemmt und gleichzeitig kommt es zur Differenzierung normaler Zellen [3]
- Vitamin A regelt vor allem die regelrechte Differenzierung der Schleimhaut der Atemwege und der Haut [4]
- Vitamin A beeinflusst auch das Wachstum und die Differenzierung von Epithel-, Zahn- und Knochengewebe sowie plazentarem und embryonalem Gewebe [6, 7, 8, 10].
Immunsystem
- Retinol und seine Derivate schützen (durch die Aufrechterhaltung der Struktur und Funktion der Zellmembranen) Haut- und Mukosazellen (Schleimhautzellen) der Luftwege, des Verdauungstraktes und der Harnwege, die eine Barriere für Bakterien, Viren und Parasiten und damit für Infektionen darstellen [9]
- Retinol und Retinylester sind an der Produktion von Antikörpern beteiligt – verstärkte Stimulation der Antikörperbildung in Leukozyten (weiße Blutkörperchen) – und Aktivierung der T-Lymphozyten (die wichtigsten Regulatorzellen des Immunsystems) [7, 9]
- Den Carotinoiden werden neben antioxidativen und immunmodulierenden auch antikanzerogene Eigenschaften zugeschrieben [7]
Weitere Funktionen des Vitamins A
- Initiierung und Steuerung der Produktion von Steroidhormonen einschließlich der Corticosteroide [9]
- Erythropoese (Produktion roter Blutkörperchen) – zur Differenzierung von Stammzellen in Erythrozyten (rote Blutkörperchen) sind Retinoide erforderlich [9]
- Eisentransport – Vitamin A mobilisiert Eisen aus den Speichern, zum Einbau in das Hämoglobin (Blutfarbstoff) der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) [9]
- Neben der Synthese von Proteinen und Fetten spielt Vitamin A auch in der Bildung von Androgenen und Östrogenen eine wesentliche Rolle – eine normale Spermienzahl, -form und -beweglichkeit setzt einen optimalen Vitamin A-Status voraus [8, 10]
- Essentiell für das Hören, Schmecken und Riechen [8, 10]
- Myelinsynthese im Nervensystem [9]
- Regeneration von Knochenbrüchen [9]
- Antikanzerogene Wirkung der Retinsäure durch Beeinflussung der Genexpression in der Promotionsphase von Hautkrebs [1, 5]
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Vitamine in Prävention und Therapie.
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