Vitamin C – Risikogruppen

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ein wasserlösliches Vitamin mit essenzieller Bedeutung für Kollagensynthese, antioxidative Abwehr und Immunfunktion. Ein klinisch manifester Mangel (Skorbut) ist selten, subklinische Defizite treten jedoch in definierten Risikogruppen weiterhin auf [1, 2].

Hospitalisierte Patienten

In einer aktuellen Humanstudie an hospitalisierten Erwachsenen zeigte sich eine relevante Prävalenz von Vitamin-C-Defiziten mit Assoziation zu klinischen Outcomes [1].

Allgemeinbevölkerung und sozioökonomischer Status

Bevölkerungsbasierte Daten zeigen, dass auch in Hochlohnländern ein relevanter Anteil Erwachsener unzureichende Serumspiegel aufweist; niedrige Spiegel sind in Teilgruppen häufiger (u. a. in Verbindung mit Risikofaktoren wie Rauchen und sozialer Lage) [2].

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Bei Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wurde in einer größeren Kohorte eine Defizienzrate von 21,6 % beschrieben; das Risiko korrelierte mit der Entzündungsaktivität [3].

Chronische Nierenerkrankung und Dialyse

Über das Spektrum der chronischen Nierenerkrankung (CKD) bis zur Dialyse finden sich erniedrigte Vitamin-C-Spiegel, insbesondere bei Dialysepatienten [4]. Hämodialysepatienten zeigen zudem Hinweise auf verstärkten oxidativen Stress im Vitamin-C-System (erhöhter Anteil oxidierter Metaboliten) [5].

Bariatrische Chirurgie

Bei adipösen Patienten vor bariatrischer Operation finden sich häufig Mikronährstoff-Dysbalancen; Vitamin-C-Status ist Bestandteil der präoperativen Mikronährstoff-Evaluierung [6]. Postoperativ besteht ein erhöhtes Risiko für wasserlösliche Vitaminmängel aufgrund veränderter Resorptionsbedingungen und Ernährungsanpassungen.

Raucher

Aktive Raucher weisen niedrigere Serum-Vitamin-C-Spiegel auf; in NHANES-Analysen korrelierten niedrige Spiegel bei Rauchern mit erhöhtem vaskulären Risiko (Gefäßrisiko) [7]. Mechanistisch ist dies durch erhöhten oxidativen Stress und gesteigerten Vitaminverbrauch plausibel.

Fazit

Subklinische Vitamin-C-Defizite sind klinisch relevant und treten insbesondere auf bei hospitalisierten Patienten, Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) unter Dialyse, bariatrischen Patienten sowie Rauchern [1-7]. In diesen Gruppen sind gezieltes Monitoring und ggf. strukturierte Supplementation sinnvoll.

Literatur

  1. Golder JE, Bauer JD, Barker LA, Lemoh CN, Gibson SJ, Davidson ZE. Prevalence, risk factors, and clinical outcomes of vitamin C deficiency in adult hospitalised patients. Nutrients. 2025;17(7):1131. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40218889/
  2. Crook J, Horgas A, Yoon SJ, Grundmann O, Johnson-Mallard V. Insufficient Vitamin C Levels among Adults in the United States: Results from NHANES 2003-2006. Nutrients. 2021;13(11):3910. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34836166/
  3. Gordon BL, Galati JS, Yang S et al.: Prevalence and factors associated with vitamin C deficiency in inflammatory bowel disease. World J Gastroenterol. 2022;28(33):4834-4845. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36156920/
  4. Doorenbos CSE et al.: Vitamin C status across the spectrum of chronic kidney disease and dialysis. Clin Nutr ESPEN. 2025. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40939692/
  5. Doshida Y, Itabashi M, Takei T et al.: Reduced Plasma Ascorbate and Increased Proportion of Dehydroascorbic Acid Levels in Patients Undergoing Hemodialysis. Life (Basel). 2021;11(10):1023. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34685394/
  6. Henning T, Kochlik B, Ara I, et al. Pre-Operative Assessment of Micronutrients, Amino Acids, Phospholipids and Oxidative Stress in Bariatric Surgery Candidates. Antioxidants (Basel). 2022;11(4):774. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35453460/
  7. Cong G, Yan R, Sachdev U. Low serum vitamin C correlates with an increased risk of peripheral arterial disease in current smokers: Results from NHANES 2003-2004. Int J Cardiol Hypertens. 2020;6:100037 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33385159/