Polyphenole – Funktionen

Polyphenole sind eine Gruppe von bioaktiven Verbindungen, die in pflanzlichen Lebensmitteln weitverbreitet sind. Sie spielen eine bedeutende Rolle in der Ernährung und haben zahlreiche gesundheitliche Vorteile, die auf ihre vielfältigen biologischen Funktionen zurückzuführen sind. Im Folgenden werden die wichtigsten Funktionen von Polyphenolen detailliert beschrieben [1, 2]:

Antioxidative Wirkung

Polyphenole sind bekannt für ihre starken antioxidativen Eigenschaften. Sie neutralisieren freie Radikale im Körper, die durch Umweltfaktoren wie UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und Stress entstehen. Freie Radikale können Zellschäden verursachen, die zu chronischen Krankheiten und Alterungsprozessen beitragen. Durch ihre antioxidative Wirkung helfen Polyphenole, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen und das Risiko für Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerative Störungen zu verringern.

Antiinflammatorische Eigenschaften

Polyphenole haben entzündungshemmende Wirkungen, die dazu beitragen, chronische Entzündungen im Körper zu reduzieren. Chronische Entzündungen sind mit einer Vielzahl von Krankheiten wie Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmten Krebsarten verbunden. Polyphenole wirken, indem sie die Produktion entzündungsfördernder Zytokine hemmen und die Aktivität von Enzymen verringern, die Entzündungen fördern.

Antimikrobielle Eigenschaften

Polyphenole haben antimikrobielle Wirkungen, die das Wachstum von schädlichen Bakterien, Viren und Pilzen hemmen können. Sie unterstützen das Immunsystem und helfen, Infektionen zu verhindern.

Schäden, die durch Karzinogene verursacht werden können.

Blutzuckerregulierung

Polyphenole helfen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren, indem sie die Insulinsensitivität verbessern und die Glukoseaufnahme in die Zellen fördern. Dies ist besonders vorteilhaft für Menschen mit Diabetes oder einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Diabetes.

Gehirngesundheit

Polyphenole spielen eine wichtige Rolle beim Schutz des Gehirns vor altersbedingten kognitiven Beeinträchtigungen und neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften schützen die Nervenzellen vor Schäden und unterstützen die neuronale Funktion. Sie können auch die Durchblutung im Gehirn verbessern und die Bildung neuer Nervenzellen fördern.

Herz-Kreislauf-Gesundheit

Polyphenole tragen zur Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems bei, indem sie mehrere Mechanismen unterstützen:

  • Blutdruckregulierung: Polyphenole fördern die Erweiterung der Blutgefäße, was den Blutdruck senken kann.
  • Cholesterinspiegel: Sie helfen, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken und das HDL-Cholesterin zu erhöhen.
  • Thromboseprävention: Polyphenole verbessern die Blutplättchenfunktion und verringern das Risiko von Blutgerinnseln.

Schutz vor Krebs

Polyphenole können das Wachstum von Krebszellen hemmen und die Apoptose (programmierter Zelltod) fördern. Sie beeinflussen mehrere Signalwege, die das Zellwachstum und die Zellteilung steuern, und tragen dazu bei, die Ausbreitung von Krebszellen zu verhindern. Zudem schützen sie die DNA vor oxidativen Schäden, indem sie freie Radikale neutralisieren und so Mutationen vorbeugen können. Durch ihre antioxidativen Eigenschaften und ihre Fähigkeit, entzündungshemmend zu wirken, tragen Polyphenole zusätzlich zur Reduzierung des Krebsrisikos bei. Sie modulieren auch das Immunsystem und unterstützen die körpereigenen Abwehrmechanismen gegen Tumorzellen, was insgesamt zu einem umfassenden Schutz vor Tumorerkrankungen beitragen kann.

Hautgesundheit

Polyphenole tragen zur Hautgesundheit bei, indem sie die Haut vor UV-Strahlung und anderen Umweltbelastungen schützen. Sie fördern die Hautelastizität, verbessern die Feuchtigkeit und können das Auftreten von Falten und Altersflecken reduzieren.

Fazit

Polyphenole sind vielseitige bioaktive Verbindungen mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen. Ihre antioxidativen, entzündungshemmenden und kardioprotektiven Eigenschaften machen sie zu einem wichtigen Bestandteil einer gesunden Ernährung. Durch den regelmäßigen Verzehr von polyphenolreichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Tee, Kaffee, Nüssen und Vollkornprodukten kann man von den vielfältigen Funktionen dieser wertvollen Verbindungen profitieren.

Literatur

  1. Hahn A, Ströhle A & Wolters M. (2023). Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie (4. Auflage). Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
  2. Sharma AK, Sharma A (2024). Natural Secondary Metabolites. From Nature, Through Science, to Industry. (1st Ed.). Springer Verlag