Phosphatidyl-Cholin – Definition, Synthese, Resorption, Transport und Verteilung

Phosphatidylcholin (PC), auch als Lecithin bekannt, ist ein wichtiges Phospholipid und ein zentraler Bestandteil der Zellmembranen. Es ist durch die Veresterung eines Phosphorsäurerestes mit der stickstoffhaltigen Verbindung Cholin charakterisiert.

Synthese und Stoffwechsel

Phosphatidylcholin wird hauptsächlich in der Leber synthetisiert und kann durch zwei Hauptwege gebildet werden: durch Methylierung von Phosphatidylethanolamin oder durch die CDP-Cholin-Route. Die Biosynthese erfordert die Aminosäuren Serin und Methionin sowie die Vitamine B6 und Niacin [1, 8, 12].

Enzymatische Regulation

Im Pankreas wird Phospholipase A2 produziert, die in ihrer inaktiven Form vorliegt und durch die Wirkung von Trypsin aktiviert wird. Dieses Enzym spaltet Phosphatidylcholin zu Lysolezithin, freien Fettsäuren sowie den mehrfach ungesättigten Fettsäuren Arachidonsäure (AA) und Eicosapentaensäure (EPA). Diese Fettsäuren sind Vorläufer für wichtige Lipidmediatoren wie Prostaglandine, die zahlreiche physiologische Prozesse beeinflussen [4, 6, 7, 10].

Weitere Stoffwechselwege

Unter dem Einfluss der Lezithin-Cholesterin-Acyl-Transferase (LCAT), die in der Leber synthetisiert wird, wird Phosphatidylcholin weiter zu Lysolezithin und freien Fettsäuren umgesetzt. LCAT ist zudem entscheidend an der Bildung von Cholesterinestern beteiligt, die im reversen Cholesterintransport eine Rolle spielen. Dieser Prozess trägt zur Atheroskleroseprävention bei, indem er Cholesterin aus den peripheren Geweben zur Leber transportiert, wo es zu Gallensäuren abgebaut wird [4].

Resorption und Transport

Die Absorption von Phosphatidylcholin und dessen Abbauprodukten erfolgt hauptsächlich im Darm. Die aufgenommenen Substanzen werden dann in die Körperzellen transportiert, wo sie essentielle Bestandteile der Zellmembranen bilden und so die Zellfunktion unterstützen [1, 6, 8].

Nahrungszufuhr und technische Gewinnung

Phosphatidylcholin wird über die Nahrung aufgenommen und findet sich reichlich in Eiern, Sojabohnen, Leber und Nüssen. Es wurde früher technisch aus Haiknorpel gewonnen, heute jedoch häufiger aus Rinder- oder Schweinetracheen [1, 2, 3, 4, 5].

Literatur

  1. Berg JM, Tymoczko JL, Stryer L: Biochemie. Spektrum Akademischer Verlag; 2003; 5. Auflage
  2. Canty DJ, Zeisel SH: Lecithin and choline in human health and disease. Nutr Rev. 1994 Oct; 52 (10): 327-39
  3. Christman JK, Chen ML, Sheiknejad G, Dizik M, Abileah S, Wainfan E: Methyl deficiency, DNA methylation and cancer: Studies on the reversibility of the effects of a lipotropedeficient diet. J Nutr Biochem Volume 4, Issue 12, December 1993, Pages 672-680
  4. Elmadfa I, Leitzmann C: Ernährung des Menschen. 134-138. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart; 2004; 4., korrigierte und aktualisierte Auflage  
  5. Farber SA, Kischka U, Marshall DL, Wurtman RJ: Potentiation by choline of basal and electrically evoked acetylcholine release, as studied using a novel device which both stimulates and perfuses rat corpus striatum. Brain Res. 1993 Apr 2; 607 (1-2): 177-84
  6. Hahn A: Nahrungsergänzungsmittel. 206-210, 214-218. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2001 
  7. Kasper H: Ernährungsmedizin und Diätetik. 11-23. Urban & Fischer Verlag; Elsevier GmbH, München 2004
  8. Rehner G, Daniel H: Biochemie der Ernährung. 7-14. Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg/Berlin; 2002; 2. überarbeitete und erweiterte Auflage
  9. Safford F, Baumel B: Testing the effects of dietary lecithin on memory in the elderly: An example of social work/medical research collaboration. Research on Social Work Practice 4 (3): 349-358 July 1994
  10. Schmidt E, Schmidt N: Leitfaden Mikronährstoffe. 337-342. Urban & Fischer Verlag; München, Februar 2004
  11. Zeisel SH, DaCosta KA, Franklin PD, Alexander EA, Lamont JT, Sheard NF, Beiser A: Choline, an essential nutrient for humans. FASEB J. 1991 Apr; 5 (7): 2093-8
  12. Zetkin M, Schaldach H: Lexikon der Medizin. 16. Aufl. Ullstein Medical, Wiesbaden 1999