Anthocyane – Interaktionen

In der Regel sind keine schwerwiegenden Interaktionen (Wechselwirkungen) von Anthocyanen mit Medikamenten bekannt.

Allerdings können hohe Mengen an Anthocyanen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln möglicherweise mit bestimmten Medikamenten interagieren:

  • Medikamente, die durch CYP450-Enzyme, insbesondere CYP3A4, CYP2D6 und CYP1A2, verstoffwechselt werden: Wenn Anthocyane die Aktivität dieser Enzyme hemmen, kann dies dazu führen, dass Medikamente langsamer abgebaut werden und höhere Konzentrationen im Blut erreichen, was potenziell zu verstärkten Wirkungen oder Nebenwirkungen führen kann. Allerdings können Anthocyane auch die Aktivität von CYP450-Enzymen induzieren, insbesondere von CYP1A1 und CYP1A2. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Medikamente schneller abgebaut werden, was ihre Wirksamkeit verringern kann. Die Auswirkungen von Anthocyanen auf das CYP450-Enzymsystem können von Person zu Person variieren, da genetische Unterschiede in der Enzymaktivität und individuelle Unterschiede in der Ernährung eine Rolle spielen können [1, 3].
  • Antikoagulanzien wie Warfarin oder Aspirin: Einige Anthocyane, insbesondere aus dunklen Beeren, können eine blutverdünnende Wirkung haben. Anthocyane könnten die Wirkung dieser Medikamente verstärken und zu erhöhten Blutungsrisiken führen [1, 3].
  • Antihypertonika: Anthocyane können auch Einfluss auf den Blutdruck haben. Wenn blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden, sollte beachtet werden, dass Anthocyane möglicherweise den Blutdruck weiter senken könnten [1, 3].
  • Eisen-Präparate: Bei extrem hohen Dosierungen können Anthocyane die Aufnahme von Eisen beeinträchtigen [2, 3].

Des Weiteren wurden die folgenden Fachbücher für die Verfassung dieses Artikels herangezogen [4-6].

Literatur

  1. Bártíková H, Skálová L, Dršata J, Boušová I. Interaction of anthocyanins with drug-metabolizing and antioxidant enzymes. Curr Med Chem. 2013;20(37): 4665-4679
  2. Lesjak M, K S Srai S. Role of Dietary Flavonoids in Iron Homeostasis. Pharmaceuticals (Basel). 2019 Aug 8;12(3):119
  3. Stargrove, M. B. et al. Herb, Nutrient and Drug Interactions: Clinical Implications and Therapeutic Strategies, 1. Auflage. St. Louis, Missouri: Elsevier Health Sciences, 2008
  4. Schmidt E, Schmidt N: Mikronährstoff-Therapie. 1. Auflage, Urban & Fischer in Elsevier, München 2022
  5. Hahn A, Ströhle A, Wolters M: Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. 4. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2023